Ärger, Mutlosigkeit, Stress? Du kannst diese Energie auch anders nutzen!

Stell Dir vor, Du sitzt im Auto und wumm – es knallt. Einmal, zweimal – Totalschaden. Wirbelsäule defekt, Bandscheibenvorfall, Schmerzen ohne Ende. Das war der Punkt für mich in 1987, an dem sich mein Leben veränderte.
Mein Internist, Dr. Thomas Ortner aus München, behandelt mich höchst persönlich mehrfach wöchentlich mit Akupunktur, Hand auflegen, Chiropraktik und Homöopathie. Kannst Du dir das vorstellen – in 1987! Alle Bekannten um mich herum dachten, ich sei bekloppt!
Ja, nicht in ein Krankenhaus zu gehen war zu dieser Zeit fast wie ein Verrat an der Medizin oder dem Verlust des sogenannten gesunden Menschenverstandes! Glücklicherweise habe ich meinen Verstand ausgeschaltet und bin meiner Intuition gefolgt.

Neue Methoden der Genesung

Dr. Ortner empfahl mir ebenfalls, weitere andere Methoden anzuwenden. So lernte ich einen chinesischen Meister kennen, der mir mit speziellen Techniken geholfen hat, zusätzlich zu dem Behandlungsweg von Dr. Ortner, eine komplette Regeneration meiner demolierten Wirbelsäule, meines Nervenkostüms und der fast nicht mehr vorhandenen Energie herzustellen. Großmeister Mantak Chia. Das hat mich geprägt.
Über zehn Jahre lang habe ich dann Seminare für ihn in München und Wien organisiert, ihn während der Kurse von der Englischen Sprache ins Deutsche übersetzt und bei ihm auch viele Ausbildungen durchlaufen. Heute hat Mantak Chia ein wunderbares Retreat-Center in Chiang Mai, im Norden Thailands. Darüber werde ich separat berichten.

Doch gehen wir mal zu dem zurück, was ich von Mantak Chia erlernen konnte.

Lebensenergie ist überall vorhanden. Es kommt nur darauf an, ob wir uns dafür öffnen. Ob wir tatsächlich wie ein Gefäß sein können, das Neues in sich aufnimmt und das, was es nicht mehr benötigt, loslassen kann.

Loslassen und empfangen sind die Schlüssel. Dafür ganz pragmatische Tools zu besitzen ist für unsere westliche Welt, die nach wie vor so Kopfgesteuert ist, eine wirkliche Bereicherung.

Diese Techniken, die ich jetzt gleich vorstelle, sind schon vor tausenden von Jahren durch taoistische Meister entdeckt und überliefert worden. Mantak Chia ist einer aus ihrer Ahnenreihe und bekam dadurch Zugang zu diesem Wissen.

Mehr Energie durch Loslassen und entgiften der Organe

Diese taoistischen Meister entdeckten bei ihren Meditationen sechs Laute, welche die Organe in optimaler Verfassung halten, Krankheiten lindern oder erst gar nicht entstehen lassen. Sie fanden heraus, dass ein gesundes Organ in einer ganz bestimmten Frequenz schwingt und entwickelten zur Unterstützung der Organe zusätzlich zu den sechs Lauten auch sechs Übungen, um die den Organen zugeordneten Meridiane zu aktivieren.

Diese Übungen werden die „sechs heilenden Laute“ genannt. Diese Laute entgiften die Organe und bringen ihnen frische Energie, die zu ihrer Reinigung benötigt werden. Sie fördern den Energiefluss und haben hierüber auch Auswirkungen auf die Bewegungen und Beweglichkeit sämtlicher Muskeln.

Das Besondere ist darüber hinaus, dass negative Emotionen gelöst und umgewandelt werden, sodass innere Spannungen und Stress nachlassen. Denn jede Emotion hält eine gewisse Energie gefangen und blockiert somit das innere Fließen, die Leichtigkeit und Lebendigkeit.

Positive und negative Emotionen

Jedem Organ werden gemäß der traditionellen chinesischen Medizin positive wie auch sogenannte negative Emotionen zugeordnet. So kennen wir das ja auch in unserer westlichen Sprache, indem wir jemanden Fragen, der ärgerlich ist: „Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?“ Oder wir sprechen darüber, dass ein bestimmtes Ereignis „mir auf den Magen geschlagen ist“.

Wir können dieses intuitive Wissen nutzen, um mehr über uns zu erfahren. Die Zusammenhänge, welche Organe mit welchen Emotionen korrespondieren, die wir aus der chinesischen Medizin lernen können, helfen uns dabei, innerlich leichter mit uns selbst umgehen zu können.

Die Übungen, die ich im Folgenden beschreibe, können in einer akuten Situation angewendet werden. Z.B. bei Ärger oder Trauer einfach den passenden Laut mehrfach hintereinander machen. Bist du allerdings generell ein ärgerlicher Mensch, dann könnte es hilfreich sein, den Laut für die Leber und die dazugehörige Körperhaltung täglich mehrmals zu wiederholen, so dass die emotionale „Entgiftung“ stattfinden kann.

Also bei akuten Themen den entsprechenden Laut mit der Körperhaltung mehrmals täglich wiederholen. Und wenn du präventiv etwas für dich tun möchtest, dann mache jeden Laut mit der Körperhaltung zusammen hintereinander dreimal – vielleicht einmal täglich? Ich habe diese Übung in mein morgendliches Dehnungsprogramm integriert. Meist komme ich viermal wöchentlich dazu. Das gibt mir persönlich gleich am Morgen eine gute Stimmung. Ich fühle mich „rund“ und bereit für den Tag.

Übung 1 – Lunge – Nebenorgan Dickdarm, Haut und Sinnesorgan Nase – heilender Laut: ein scharfes „ssssssss“

Du sitzt aufrecht und bequem auf einem Stuhl. Am besten du schließt die Augen und nimmst Kontakt mit deinen Lungen auf, indem du einige male tief ein und ausatmest. Beim nächsten tiefen einatmen führst du die Arme mit den Handinnenflächen zum Körper zeigend vor dir nach oben über den Kopf hinaus, legst den Kopf in den Nacken, drehst die Handinnenflächen zur Decke und atmest ganz lange aus auf „ssssssss“.

Nach dem Ausatmen drehst du die Handinnenflächen wieder zu dir, bringst langsam die Arme vor dir wieder hinunter, während du in deine Lungen hinein atmest und ihnen zulächelst, lässt die Hände entspannt auf den Oberschenkeln ruhen, schließt die Augen und stellst dir vor, dass du weißes Licht in deine Lungen hinein atmest. Bleibe so lange in Ruhe sitzen, wie es für dich stimmig ist. Dann wiederhole diesen Vorgang noch zweimal.

Übung 2 – Niere – Nebenorgan Blase, Sexualorgane und Sinnesorgan Ohren – heilender Laut: ein „tshuuuuuhh“

Wenn Du auf einem Stuhl sitzend in aufrechter Haltung mit deinen Nieren Kontakt aufgenommen hast, dann beugst du dich langsam nach vorne, nimmst die ausgestreckten Arme um die Knie, hebst langsam den Kopf an, atmest ein und langsam auf „tshuuuuh“ aus. Dabei drückst du den Bauch nach hinten, als ob du die Bauchwand gegen die Nieren drücken möchtest. Stell dir dabei vor, du würdest weit vor dir eine auf der Erde stehende Kerze ausblasen wollen. Dabei machst du auch einen leicht runden Rücken.

Nach dem Ausatmen setzt du dich wieder aufrecht hin, schließt die Augen, nimmst langsam die Arme nach hinten und legst die Handinnenflächen auf die Nieren. Dabei kannst du dir vorstellen, dass ein angenehmes blau in die Nieren hineinströmt. Lächle in deine Nieren.

Übung 3 – Leber – Nebenorgan Gallenblase und Sinnesorgan Augen – heilender Laut: ein langezogenes „schschsch“

In aufrechter Haltung nimmst du Kontakt auf zu deiner Leber, auf der rechten Körperseite. Du öffnest die Arme gleichzeitig zu beiden Seiten des Körpers, führst die Arme nach oben, verschränkst die Finger ineinander, drehst die Handinnenflächen zur Decke und lehnst dich ganz leicht nach links – du drückst also leicht die rechte Körperseite und den Arm nach oben. Dabei öffnest du die Augen und machst den Laut „schschsch“.

Danach die Augen wieder schließen, die Hände öffnen, seitlich wieder hinunterbringen und auf dem Schoß ablegen. In deine Leber hinein lächeln und hier sattes grünes Licht visualisieren oder das Gefühl erleben, auf einer sattgrünen Wiese zu sitzen. Lächle in deine Leber hinein und genieße das Gefühl, dir selbst gegenüber freundlich zu sein.

Übung 4 – Herz – Nebenorgan Dünndarm und Sinnesorgan Zunge – heilender Laut: „haaaaaah“

Du sitzt aufrecht auf deinem Stuhl, nimmst Kontakt zu deinem Herzen auf, indem du dort hin spürst, hin atmest. Du öffnest dann die Augen, nimmst beide Arme an den Seiten nach oben, verschränkst die Finger ineinander und lehnst dich leicht zur rechten Seite – du drückst also leicht die linke Körperseite und den linken Arm nach oben. Dabei öffnest du die Augen und machst den Laut „haaaaah“.

Wenn du ausgeatmet hast, die Augen schließen, Arme wieder seitlich nach unten bringen und auf dem Schoß ablegen. In dein Herz hinein lächeln und ein warmes, sanftes rot wahrnehmen. Manchmal kann sich mitten in dem roten Herz auch eine grüne Farbe zeigen. Dies ist dann wie eine Heilung, eine Beruhigung anzusehen.

Übung 5 – Milz, Bauchspeicheldrüse und Magen – und Sinnesorgan der Gaumenraum – heilender Laut: ein gutturales „chuuuuuu“ – aus der Kehle kommend.

In aufrechter Sitzposition nimmst du Kontakt auf mit der gesamten Region von Milz, Bauchspeicheldrüse und Magen. Die führst die Fingerspitzen beider Hände unter die Rippenbeugung links und drückst während des Ausatmens ganz sanft in Richtung des Körpers unterhalb des Rippenbogens nach innen. Dabei atmest du aus auf „chuuuuu“.

Mache diesen Laut direkt dreimal hintereinander, bewege dabei deine Fingerspitzen am Rippenbogen entlang, so dass du mehrere Bereiche nacheinander berührst. Danach setzt du dich wieder aufrecht hin, schließt die Augen, lächelst in diese Region und lässt sonnengelbes Licht einströmen.

Übung 6 – der dreifache Erwärmer – Ausgleich der gesamten Organe im Oberkörper

Du sitzt aufrecht auf dem Stuhl, öffnest die Arme und führst sie seitlich nach oben bis etwas oberhalb deines Kopfes vor dem Stirnbereich. Die Handinnenflächen schauen nach unten, die Fingerspitzen sind zueinander gerichtet ohne sich zu berühren. Du atmest tief ein und mit dem Ausatmen lässt du ganz langsam die Hände gleichzeitig vor deinem Körper hinuntergleiten, bis hinunter zu den Knien, während du dabei den Laut „hiiiiiiiiii“ machst. Dieses Hinuntergleiten vor deinem Körper ist wie das Reinigen der Aura im Außen und gleicht die Organe im inneren aus. Da wo zu viel Hitze sich gestaut hat, wird Entlastung gebracht. Wo zu viel Kälte vorhanden war, strömt mehr Wärme hin.

Bei den Knien angelangt, lässt du einen Moment die Hände los und die Fingerspitzen nach unten. Hier kann es sich dann anfühlen, als ob graue Energie aus den Händen in die Erde abfließt.

Danach setzt du dich einen Moment in die Ausgangsposition und spürst nach. Du kannst diesen Laut auch viel öfters als dreimal machen, wenn du das Gefühl hast, du möchtest dich noch mehr reinigen.

Diesen Laut kannst du auch im Liegen vor dem Einschlafen machen. Dann führst du die Hände waagerecht vor deinem Körper nach unten und legst die Arme dann seitlich ab. Einige male diesen Laut am Abend im Bett gemacht, sichert dir einen erholsamen Schlaf.

Wenn du diese Übungen im Detail nachlesen möchtest, dann findest du diese in dem Buch von Martin und mir mit diesem Link:

Oder auch eine geführte Meditation dieser Übungen auf dieser DVD:

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